Präsentationen erstellen: Falsche Effizienz ist gefährlich

Sie wollen schnell und effizient eine neue Präsentation erstellen.

Sie planen deshalb einen Remix aus alten und neuen Botschaften. Darum starten Sie zuallererst PowerPoint (oder ein anderes Präsentations­programm) und suchen ein paar Folien zusammen, um sie zu recyclen.

Ruckzuck steht das Foliengerüst der Präsentation. Jetzt müssen Sie nur noch die neuen Botschaften an den richtigen Stellen einfügen. Das geht ja ganz einfach mit Aufzählungslisten, mit Bullet-Points. Fertig ist die neue Präsentation!

Dieses Verfahren gilt als effizient, doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall!

Sie haben vielleicht im Hinblick auf das Zusammenstellen und Produzieren von PowerPoint-Folien effizient gearbeitet. Möglicherweise waren Sie auch effektiv bei dem Ziel, den Vorbereitungsaufwand gering zu halten.

Jedoch war dieses Vorgehen ineffektiv im Hinblick darauf, Ihr Publikum mit Ihren Botschaften auch zu erreichen.
Die angestrebte Effizienz war rein egoistisch, denn Sie haben bei der Vorbereitung nicht an Ihre Zuschauer gedacht. Das merken die Menschen, die Ihnen zuhören.
Wenn Sie Glück haben, werden sie Ihnen aus Höflichkeit eine Weile folgen. Sehr wahrscheinlich aber schalten sie bald ab, und Ihr Vortrag verpufft wirkungslos. Der ganze Aufwand, die Präsentation vorzubereiten, war umsonst.
Das alles ist also ineffizient, es ist noch nicht einmal effektiv.

Was bedeutet das für die Vorbereitung Ihres nächsten Auftritts?

Beginnen Sie analog!
Lassen Sie den Computer ausgeschaltet und arbeiten Sie stattdessen mit Stift und Papier. So vermeiden Sie, in den Strukturen alter Präsentationen zu denken. Und Sie kommen gar nicht erst in Versuchung, Ihren neuen Vortrag so zu trimmen, dass Sie möglichst viele alte Folien wiederverwenden können.

Nutzen Sie kleine Karteikarten oder Haftnotizen. Sammeln Sie darauf Ihre Botschaften und stichwortartig erste Bildideen. Sie dürfen auch kleine Ausdrucke der PowerPoint-Folien, die Sie auf jeden Fall wiederverwenden wollen, auf die Zettel kleben.

Haftnotizen – an der Wand oder auf einer Tischplatte – eignen sich gut, um einen Vortrag zu strukturieren.

Dann strukturieren und ordnen Sie. Verzichten und verwerfen Sie. Fügen Sie Neues hinzu, wo Wichtiges fehlt. Bis die Struktur der Präsentation steht und an jeder Stelle Ihre Kernaussage stützt.

Im zweiten Schritt überlegen Sie, wie Sie die einzelnen Elemente darstellen.
Die Darstellung umfasst mehr, als nur die Visualisierung mit PowerPoint. Eine Auswahl:

  • Live-Demonstration, Produktvorführung
  • Spielszene, Dialog
  • Plot, Storytelling
  • Anekdote
  • Wissens-Quiz
  • Fragerunde, Fragen aus dem Publikum
  • Videosequenz, Animation
  • bildschirmfüllendes Foto
  • einzelnes, plakatives Wort auf schwarzem Hintergrund
  • Diagramm (Fokus auf die Bedeutung der Zahlen)
  • Prozessdarstellung, klar und schlicht
  • etc.

Zeichnen, malen oder schreiben Sie in Stichworten die gewünschte Darstellung auf die jeweilige Karte oder Haftnotiz.

Machen Sie am Schluss eine längere Pause oder schlafen Sie eine Nacht darüber.

Erst jetzt dürfen Sie den Computer einschalten und mit der Umsetzung beginnen.
(Das geht übrigens erstaunlich schnell, weil Sie sich um die Struktur keine Gedanken mehr machen müssen.)

Fazit

Die analoge Vorbereitung mit Stift und Papier dauert anfangs möglicherweise länger. Dieses Verfahren ist dennoch effizient, denn es sorgt für bessere Vorträge und Präsentationen. Das liegt zum einen an der frischen Herangehensweise an Struktur und Darstellung. Zusätzlich fällt es leichter, sich auf die Kernaussage zu fokussieren und die Inhalte für das jeweilige Publikum individuell aufzubereiten.

Ihre Zuschauer werden es Ihnen danken.

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Autor: Peter Claus Lamprecht

Ich bin Präsentationsberater mit ausgeprägter Hassliebe zu PowerPoint. Meine Kunden bringe ich dazu, verständliche Vorträge und überzeugende Präsentationen zu halten, die tatsächlich etwas bewirken.
Hier schreibe ich zu den Themen Präsentation, PowerPoint und Wirkung.
Mein Ratgeber-Buch PowerPoint und Prezi: Sehr gut präsentieren ist im Oktober 2017 erschienen.

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