PowerPoint: Standardformat 4:3 oder Breitbild 16:9? Fünf Beispiele zeigen, wann welches Folienformat das beste ist

Vor ein paar Tagen wurde ich via Twitter gefragt, welches Seitenverhältnis für PowerPoint-Folien zu empfehlen sei: Das Standardformat 4:3 oder das moderne Breitbildformat 16:9? Diese Frage begegnet mir häufiger und ich beantworte sie meist mit einem entschiedenen „Das kommt ganz darauf an!“
Im Ernst: Eine immer gültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Entscheidend sind die räumlichen und technischen Rahmenbedingungen, unter denen Sie präsentieren werden. Manchmal bestimmen auch Designvorgaben oder der persönliche Geschmack, welches Folienformat das richtige ist.

In diesem Artikel erkläre ich, worauf es beim Seitenverhältnis der PowerPoint-Folie ankommt und warum man sich für ein Format entscheiden muss. Mit fünf Beispielen gebe ich Entscheidungshilfen für das jeweils optimale Folienformat, damit Sie Ihre nächste Präsentation bestmöglich einrichten und vorbereiten können.

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Die wichtigsten Foliengrößen für Bildschirmpräsentationen

Die klassische Folie ist 25,4 cm breit und 19,05 cm hoch. Das entspricht einem Seitenverhältnis von 4:3. Dieses Format war bis zur PowerPoint-Version 2010 (Mac: 2011) die Standardeinstellung, weil die meisten bis dahin gebräuchlichen Computer-Monitore ebenfalls dieses Bildseitenverhältnis hatten und deshalb die Folien im Präsentationsmodus bildschirmfüllend darstellen konnten. Alle Projektoren („Beamer“), egal ob älteren oder neueren Datums, sind in der Lage, Folien in diesem Format in voller Größe darzustellen. Außerdem passt so eine Folie ausgedruckt auf ein DIN-A4-Blatt.

Das Breitbildformat im Seitenverhältnis 16:9 ist die neue Standardeinstellung ab PowerPoint-Version 2013 (Mac: 2016). Dieses Format wird auf nahezu allen neueren Computer-Monitoren bildschirmfüllend dargestellt. Moderne Projektoren zeigen diese Folien in Full-HD-Qualität. Damit die Breitbild-Folien ausgedruckt auf ein DIN-A4-Blatt passen, geben ältere PowerPoint-Versionen hier als Foliengröße 25,4 cm für die Breite und 14,29 cm für die Höhe vor. Die Breitbild-Folie ist also im Ausdruck kleiner als die klassische Folie.
So weit, so gut.
Leider wird es jetzt ein wenig komplizierter, denn die aktuelle PowerPoint-Version gibt andere Maße für das Breitbildformat vor: 33,867 cm für die Breite und 19,05 cm für die Höhe. Auch das entspricht dem Seitenverhältnis 16:9. Jedoch ist nun die Breitbild-Folie größer als DIN A4. Das muss beim Ausdrucken beachtet werden.

Warum Sie sich (rechtzeitig) für eines der beiden Formate entscheiden müssen

In einer Präsentationsdatei kann nur eine Foliengröße verwendet werden. Es ist deshalb nicht möglich, unterschiedliche Folienformate zu mischen und in einer PowerPoint-Datei parallel zu nutzen.
Natürlich kann man die Größe und damit das Seitenverhältnis jederzeit ändern. Doch oft werden dabei die Inhalte auf den Folien verzerrt: Kreise werden zu Ellipsen, Quadrate zu Rechtecken. Oder Überschriften, die vorher in eine Zeile passten, brechen nach der Umstellung auf zwei Zeilen um. Um das zu korrigieren, ist Handarbeit erforderlich. Bei besonders komplexen Folien kommen die Korrekturen einer kompletten Neugestaltung gleich. Das kann einen großen Aufwand bedeuten, der eingeplant werden muss.
Daher empfehle ich, rechtzeitig in Erfahrung zu bringen, welches Folienformat unter den gegebenen Umständen das beste ist.

Wann ist welches Folienformat richtig? Fünf Beispiele als Entscheidungshilfe

In vielen Fällen werden Sie mit dem klassischen 4:3-Format gut fahren. Denn moderne Widescreen-Bildschirme und HD-Projektoren sind abwärtskompatibel und deshalb in der Lage, Folien im 4:3-Format in voller Höhe und mit der gewohnten Schriftgröße darzustellen. Lediglich die volle Breite des Bildschirms oder der Projektionsfläche wird nicht ausgenutzt. Bei einer Projektion auf eine weiße Wand fällt das nicht weiter auf, aber bei Plasma-Bildschirmen in schicken Konferenzräumen kann Ihre Präsentation etwas altbacken wirken, weil sie offenbar technisch nicht auf der Höhe der Zeit ist.

Die folgenden fünf Beispiele werden Ihnen helfen, sich für das richtige Format zu entscheiden:

Beispiel 1: Fachkonferenz oder Jahrestagung

In der Regel bestimmen die Organisatoren der Veranstaltung, in welchem Format und Seitenverhältnis die PowerPoint-Folien erstellt sein müssen. Richten Sie sich danach!
Konferenzen und Tagungen werden meist von Veranstaltungsagenturen oder speziellen Firmenabteilungen organisiert. Lassen Sie sich von diesen Fachleuten schriftlich die technischen Anforderungen an Ihre Präsentation geben. Falls die Foliengröße darin nicht erwähnt sein sollte, dann fragen Sie gezielt danach. Manchmal wird Ihnen auch eine PowerPoint-Vorlage im Design der Veranstaltung mitgeliefert, die Sie zur Gestaltung Ihrer Folien verwenden müssen. Das Folienformat ist in dieser Vorlage definiert.
Bitte beachten Sie, dass die Übertragung Ihrer Inhalte auf die neue Vorlage aufwendig sein kann. Planen Sie also ausreichend Zeit dafür ein.
Ich habe auch schon erlebt, dass auf einer Veranstaltung beide Formate zugelassen waren. Es gab also abwechselnd Vortragende mit Folien im 4:3- und im 16:9-Format. Im direkten Vergleich wirkten die Breitbild-Folien größer und moderner. In diesem Fall rate ich zum Breitbildformat 16:9.

Beispiel 2: iPad / Smartphone

Seit kurzem ist Microsoft PowerPoint auch auf Smartphones und Tablet-PCs verfügbar. Mit der kostenlosen App können Sie Präsentationen auf mobilen Geräten mit Android- oder iOS-Betriebssystem vorführen und sogar bearbeiten. Damit sind PowerPoint-Präsentationen z.B. auf dem iPad möglich.
Das Folienformat richtet sich nach der Größe des Bildschirms: Für das iPad ist das Folienformat 4:3 ideal. Auf iPhones und auf den meisten Android-Smartphones und Tablets füllt das Breitbildformat 16:9 den Bildschirm am besten aus.
Download der Apps: Microsoft PowerPoint für Android und Microsoft PowerPoint für iPad und iPhone.

Beispiel 3: Plasma-Bildschirm

Wenn Sie mitgeteilt bekommen, dass der Konferenzraum, in dem Sie präsentieren werden, mit einem Plasma-Bildschirm ausgestattet ist, dann sind Folien im Breitbildformat 16:9 die richtige Wahl.

Beispiel 4: Raum mit niedriger Deckenhöhe

Stellen Sie sich vor, Sie werden vor über 100 Zuschauern präsentieren. Der Saal ist parlamentarisch bestuhlt, mit Mittelgang. Ihnen stehen Projektor und Leinwand zur Verfügung. Die Decke des Saales ist 300 cm hoch.
Bei dieser Deckenhöhe ist nur eine maximale Bildhöhe von etwa 160 cm möglich, denn die Zuschauer in den ersten Reihen verdecken für das Publikum auf den hinteren Plätzen die Sicht auf die Leinwand. Die durchschnittliche Sitzhöhe eines Menschen beträgt 140 cm. Zieht man diese 140 cm von der Deckenhöhe ab, so verbleibt die maximale Höhe für das projizierte Bild. In diesem Beispiel sind das 160 cm.
Eine auf die Leinwand projizierte Folie mit dieser Höhe und dem Seitenverhältnis 4:3 wäre 213 cm breit. Wäre die Folie im Breitbildformat angelegt, käme man immerhin auf eine Bildbreite von 284 cm.
Hier empfehle ich das Breitbildformat 16:9, denn bei großem Publikum kommt es auf die Größe an: Die Zuschauer in der letzten Reihe sollten zumindest eine Chance haben, Texte und Zahlen auf den Folien entziffern zu können.

Beispiel 5: Im Zweifel (Sie kennen die technischen Rahmenbedingungen nicht)

Natürlich können Sie Ihre Präsentationsdatei in zwei Fassungen erstellen: Einmal im Format 4:3 und einmal im Format 16:9. Oder Sie bringen Ihren eigenen Projektor („Beamer“) mit. Dann sind Sie auf alles vorbereitet.
Wenn das nicht möglich ist, rate ich Ihnen zum klassischen Folienformat 4:3. Denn dieses Format kann von allen Projektoren und Bildschirmen dargestellt werden. Die Folie wird in jedem Fall in voller Höhe gezeigt, was bedeutet, dass Texte und Zahlen in voller Größe erscheinen. Einziger Nachteil: Auf Breitbild-Monitoren wird die Folie seitlich von schwarzen Flächen umrahmt, weil sie den Monitor nicht in der Breite ausfüllt.
Umgekehrt kann es Ihnen passieren, dass Sie Ihre Folien im Breitbildformat mit einem alten Projektor projizieren müssen. Hier wird zwar die volle Breite ausgenutzt, jedoch nicht die volle Höhe – und das bedeutet, dass Texte und Zahlen kleiner erscheinen und deswegen schlechter lesbar sind.
Im Zweifel rate ich Ihnen also, das klassische Format 4:3 dem Breitbildformat vorzuziehen.

Fazit

Die Entscheidung für eines der beiden Folienformate 4:3 oder 16:9 können Sie nur mit Kenntnis der Rahmenbedingungen treffen, unter denen Sie präsentieren werden. Im Zweifel sollten Sie 4:3 den Vorzug geben. Da die Umarbeitung der Folien von einem Format in das andere aufwendig sein kann, empfehle ich dringend, diese Entscheidung rechtzeitig zu treffen.

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Autor: Peter Claus Lamprecht

Ich bin Präsentationsberater mit ausgeprägter Hassliebe zu PowerPoint. Meine Spezialität sind verständliche Vorträge und überzeugende Präsentationen, die tatsächlich etwas bewirken, zum Beispiel im Vertrieb. Hier schreibe ich zu den Themen Präsentation, PowerPoint und Wirkung. Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann gefällt Ihnen bestimmt auch mein Newsletter „Kopfkino“ (etwa neun Ausgaben im Jahr).

7 Kommentare

  1. Hallo Herr Lamprecht, vielen Dank für die erste Kurzantwort auf meinen Tweet und nun die ausführliche Version zu meiner Frage. Noch ein Tipp von mir (der ist schon in Beispiel 1 versteckt und kann sicher noch deutlicher gegeben werden): Wenn der Veranstalter keine Infos/Vorlagen liefert – fragen Sie ihn gezielt danach.

    Hab’ ich dann im speziellen Fall getan (und werde ich künftig tun, wenn keine Infos vorliegen) und eine konkrete Antwort bekommen.

    Beste Grüße

    Heiko Stein

    • Lieber Herr Stein,

      gern geschehen! Ich freue mich, dass ich Ihnen – ohne die genauen Hintergründe zu kennen – einen wichtigen Impuls für die Entscheidungsfindung geben konnte.
      Meinen Apell in Beispiel 1 werde ich deutlicher formulieren. Denn ich habe es auch schon erlebt, dass Infos vom Veranstalter nicht vorhanden oder sogar widersprüchlich waren. Danke für den Hinweis!

      Herzliche Grüße,
      Peter Claus Lamprecht

  2. Guten Tag

    Was sind den die cm Masse in PowerPoint für das Breitbild 16:10? Die Standardmasse in PowerPoint sind mit 25.4 x 15.875 cm wie das Standard 16:9 zu klein für die digitale Beamerprojektion.

    Besten Dank

    • Hallo Herr Hirsbrunner,

      ich würde auf 30,48 cm (Breite) mal 19,05 cm (Höhe) gehen. Das ist ein benutzerdefiniertes Format im Seitenverhältnis 16:10, bei dem die klassische Höhe von 19,05 cm beibehalten wurde.

      PowerPoint skaliert bei der Bildschirmpräsentation perfekt auf jede Bildschirmgröße. Wenn das Bildseitenverhältnis stimmt, dann ist es für die Qualität des projizierten Bildes egal, ob die Folie 15,875 cm oder 19,05 cm hoch ist. Entscheidend ist die Qualität der Fotos, die Sie einsetzen. Wenn die zu gering aufgelöst sind (= zu wenige Pixel in Breite und Höhe haben), dann erscheinen sie auf der Leinwand unscharf und pixelig.

      Beste Grüße,
      Peter Claus Lamprecht

  3. Vielen Dank für den guten Beitrag!
    Ich war hin und her gerissen, in welchem Format ich eine neue Schulungspräsentation (aus einem neuen Master heraus, den es für beide Formate gibt) erstellen soll. Plan ist es, die Präsentation später in beiden Formaten zu haben, doch ich brauche erst einmal einen Startpunkt. Und Ihre anschaulichen Beispiele haben für mich jetzt das 4:3 in den Fokus gerückt. Danke sehr.

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