PowerPoint 2013: Designvorlagen mit Varianten

Im PowerPoint Blog erläutert Christopher Maloney das Konzept der Designvorlagen in PowerPoint 2013. Oberstes Ziel des PowerPoint-Entwicklerteams sei es, den Nutzern der neuen Programmversion dabei zu helfen, immer optisch ansprechende Präsentationen zu erstellen. Das soll durch die neu entwickelten Designs und durch die neue Möglichkeit, mehrere unterschiedliche Varianten einer Vorlage gleichzeitig zu nutzen, erreicht werden:

„You can double-click any of these [themes] to immediately create a new presentation that looks beautiful right from the start.“

Ob hübsche PowerPoint-Folien allein zu perfekten Präsentationen führen? Da bin ich eher skeptisch…

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Neu: Designfamilien

Künftig wird es Theme Families geben, die jeweils eine Reihe von Varianten enthalten. Diese unterscheiden sich vor allem farblich voneinander.

Christopher Maloney führt als Beispiel das Design „Wisp“ an:

Es gibt drei Varianten in hellen Pastelltönen und eine mutige, kontrastreiche: Pink auf Schwarz. Letztere hätte es allein nie zu einer offiziellen PowerPoint-Designvorlage gebracht, aber als Teil einer Familie hat sie durchaus ihre Berechtigung.

Alles unter Kontrolle

Nun unterscheiden sich die Designvarianten nicht nur in der Farbe. Das neue Konzept lässt eine detaillierte Kontrolle über nahezu alle Bestandteile der Designvorlage zu: Farben, Schriftfamilien, Effekte, Folienlayouts, Textformatierungen, Absatzeigenschaften, Grafikelemente sowie Fotos und Texturen.

Hier das Design „Organic“ als Beispiel:

Man sieht deutlich die Unterschiede in Farbe und Textur. Auch die Art, wie die weiße Tafel „befestigt“ ist, variiert: In den oberen drei Folien ist das schwarze Band horizontal, in den unteren drei ist es vertikal angeordnet.

Das sieht nett aus, und man kann erahnen, dass sich viele neue Gestaltungsmöglichkeiten auftun werden. Denn es ist natürlich möglich, neue Designvarianten zu erstellen oder die vorhandenen zu bearbeiten:

Immer up to date

Das in meinen Augen spannendste Feature wird die neue Möglichkeit sein, regelmäßig Updates der Designvorlagen zu erhalten. Christopher Maloney berichtet von Plänen, für besonders beliebte Designs weitere Varianten nachzureichen. Oder wenn Designvorlagen nicht mehr den aktuellen Trends entsprechen, diese durch frische, zeitgemäße Vorlagen zu ersetzen.

Eine Kandidatin für eine eher nicht zeitlose Vorlagenfamilie könnte „Integral“ sein:

Das stets aktuelle Portfolio an Designs könnte zu einer wichtigen Inspirationsquelle werden, aus der man immer wieder neue Anregungen für selbst entwickelte Vorlagen schöpfen kann. Inwieweit Drittanbieter sich in diese Update-Funktion einklinken können, ist mir nicht bekannt.

Kritik

Eingangs deutete ich schon meine Skepsis an: Hübsche Folien sind ja ganz nett, aber sind sie allein ein gutes Rezept für perfekte Präsentationen? Natürlich nicht! Denn die Designvorlagen (die neuen und die alten) können ja nur einen allgemeinen Rahmen bieten. So haben wir es meist mit dekorativem Schnickschnack zu tun, der vom Inhalt ablenkt, statt ihn zu unterstreichen.

Außerdem läuft der Vorlagennutzer Gefahr, sich nicht von anderen Referenten zu unterscheiden: Stellen Sie sich vor, Sie halten auf einem Kongress einen Vortrag, und mehrere andere Referenten nutzen Ihre Lieblingsvorlage! Da ändern auch die neuen Designvarianten nicht viel…

Und wie sieht es innerhalb eines Unternehmens aus? Wären da die von PowerPoint mitgelieferten Vorlagen angebracht? Eher nicht! Denn viele Firmen haben eine Corporate Identity und ein Corporate Design, das auch die Gestaltung von PowerPoint-Folien regelt.

An dieser Stelle möchte ich auf einen Vorschlag von Christopher Maloney eingehen, den er im Zusammenhang mit den neuen Designvarianten macht:

„Whenever we change topics or switch presenters, change the variant color as a way of signifying the switch. It helps the audience remember which section contains what content.“

Grundsätzlich ist das ein guter Vorschlag. Verschiedene Abteilungen oder Produktbereiche eines Unternehmens könnten eigene Farben als Unterscheidungsmerkmal nutzen. Die Präsentationen könnten so ganz leicht den Absendern zugeordnet werden.

Schauen wir uns die im PowerPoint Blog gewählten Beispiele an:

Ein Handelsunternehmen – von der CI und dem CD einmal abgesehen – könnte diese Varianten für die Holzabteilung (oben) und die Textilabteilung (unten) nutzen. Aber leider ändert sich in den Varianten nicht nur der Hintergrund, sondern auch die Diagramm-Farben. Und das geht gar nicht! Unterschiedliche Farben für gleiche Kategorien würden das Publikum nur verwirren. Also müsste man die Farbpaletten für Diagramme individuell angleichen – und schon ist der Vorteil, sich einfach per Mausklick eine Vorlagenvielfalt zunutze machen zu können, verschwunden.

Fazit

Bei aller Kritik aus meiner Perspektive als Präsentationsberater freue ich mich auf die neuen Designfamilien in PowerPoint 2013. Die Gestaltungsmöglichkeiten und die gute Kontrolle über die einzelnen Bestandteile beurteile ich als wertvolle Weiterentwicklung des Programms.

Denn ich werde ja nicht gezwungen, die Vorlagen eins zu eins zu übernehmen, sondern ich kann mich inspirieren lassen und eigene Designvorlagen schaffen, die meine Vorträge wirksam unterstützen.

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Photo Credit: (Screenshots 1-7) Christopher Maloney, PowerPoint Blog

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Autor: Peter Claus Lamprecht

Ich bin Präsentationsberater mit ausgeprägter Hassliebe zu PowerPoint. Meine Spezialität sind verständliche Vorträge und überzeugende Präsentationen, die tatsächlich etwas bewirken, zum Beispiel im Vertrieb. Hier schreibe ich zu den Themen Präsentation, PowerPoint und Wirkung. Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann gefällt Ihnen bestimmt auch mein Newsletter „Kopfkino“ (etwa neun Ausgaben im Jahr).

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