Das leere Blatt Papier starrt mich an…

Ich schreibe viel. Hauptsächlich mit dem Büro-PC oder mit dem Notebook. Meistens E-Mails.
Ich schreibe Konzepte, erläutere Angebote oder gebe noch schnell praktische Hinweise zur bevorstehenden Präsentation, just in time.

Unter Zeitdruck schreibe ich schneller, allerdings nur dann, wenn ich für andere schreibe. Für Kunden, Partner, Freunde oder für die Familie.

Zwischendurch lese ich das Geschriebene laut vor, immer wieder. Und ich korrigiere den Text, wenn ich ihn nicht flüssig lesen kann. (Witzig, das fällt mir gerade auf: Je enger die Zeit ist, desto lesefreundlicher schreibe ich. Darüber muss ich noch mal gesondert nachdenken…)

Obwohl ich offenbar schreiben kann, bin ich kein richtiger Blogger geworden. Ich schreibe viel zu selten Blog-Artikel. Dabei mangelt es nicht an Ideen: Aktuell schlummern fünf Artikel als Draft im WordPress-Speicher. Zwei davon sind zur Hälfte fertig, drei bestehen nur aus der Überschrift. Hier greift ein Phänomen, das man Schreibblockade nennt.

Eine Schreibblockade habe ich immer dann, wenn es um meine eigenen Texte geht, wenn ich mit meinen Texten etwas von mir preisgebe. Denn dann will ich perfekt sein. Der Text soll nicht nur lesefreundlich sein, sondern er soll auch noch gut aussehen. Im Sinne von Formatierung, Hervorhebung, Zeilenumbruch, Zwischentitel und so. Und weil das natürlich nicht von Anfang an gelingen kann, stolpere ich während des Schreibens häufig über Textpassagen, deren Aussehen mich stört. Dann überlege ich, wie ich diese Störungen beseitigen kann. Dazu müsste ich aber den Text weiter schreiben, was jedoch aufgrund der Störungen nicht gelingt.

Der Cursor blinkt. Er blinkt konstant und ausdauernd. Ich überlege, denke, grübele. Aber ich schreibe nicht weiter.
Zwischendurch habe ich längst E-Mails beantwortet, getwittert oder ein Restaurant bewertet. Ich kann doch schreiben! Aber der Cursor blinkt höhnisch und lässt das leere Texteingabefeld im WordPress-Backend noch leerer erscheinen…

Blockade erkannt, Blockade gebannt

Irgendwann habe ich all das notiert, was mich vom Schreiben abhält. Und weil ich gut Konzepte entwickeln kann, bin ich der Schreibblockade konzeptionell entgegengetreten. Ha!

Erkenntnis: Ich schreibe unter Zeitdruck schnell und lesefreundlich.
Lösung: Ich setze mich künstlich unter Zeitdruck, z.B. mit einer Pomodoro-App. Dabei versuche ich, binnen 25 Minuten den ganzen Text (oder einen wesentlichen Teil davon) zu Papier zu bringen. (Das klappt ganz ordentlich: Aktuell liege ich mit diesem Text in der zweiten 25-Minuten-Einheit.)

Erkenntnis: Das Aussehen, also die Formatierung des Textes, ist mir wichtig. Das Optimieren der Formatierung während des Schreibens führt zur Blockade.
Lösung: Ich schreibe in WordPress im Text-Modus, ich verzichte also ganz bewusst auf Formatierungen. Sollte ich dennoch einmal ins optische Optimieren verfallen, dann gebe ich schnell auf, denn das Eintippen der HTML-Codes ist dann doch zu anstrengend.

Erkenntnis: Das leere Blatt Papier oder das leere Texteingabefeld mit dem blinkenden Cursor hält mich vom Schreiben ab.
Lösung: Ich beginne meine Blog-Artikel jetzt immer auf einem Blatt Papier. Um die weiße Leere zu brechen, zeichne ich etwas darauf, oder ich unterteile das Blatt mit ein paar Strichen in Abschnitte, die ich dann nach und nach mit Text fülle. So habe ich gleich eine Struktur für den Text geschaffen.

Erkenntnis: Ich schreibe ohne Blockade, wenn ich für andere schreibe.
Lösung: Ich bespreche meine Themen vorab mit Kollegen, Freunden oder manchmal auch mit Kunden und frage, was sie von der Idee oder von dem Thema halten. Oft stellt sich heraus, dass sie das Thema interessant finden und es gern im Blog lesen würden. Auf diese Weise schreibe ich dann nicht mehr nur für mich, sondern auch für andere – und das Schreiben fällt mir leichter.

Erkenntnis: Ich schreibe zu wenig im Blog auf dieser Website.
Lösung: Ich beteilige mich hin und wieder an einer Blogparade. So auch in diesem Fall: Dieser Text ist Teil einer Blogparade gegen die Schreibblockade, die Dr. Kerstin Hoffmann in ihrem Blog „PR-Doktor“ initiiert hat. Auslöser war die große Resonanz auf ihren Artikel Profi-Strategien gegen die Schreibblockade.

Liebe Frau Hoffmann, ich danke Ihnen für den Impuls, der zu diesem Artikel geführt hat. Denn während ich ihn schrieb, bekämpfte ich meine ganz persönliche Schreibblockade. (Ich habe drei Pomodoros gebraucht, also 3 x 25 Minuten mit 2 fünfminütigen Pausen.)

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Autor: Peter Claus Lamprecht

Ich bin Präsentationsberater mit ausgeprägter Hassliebe zu PowerPoint. Meine Kunden bringe ich dazu, verständliche Vorträge und überzeugende Präsentationen zu halten, die tatsächlich etwas bewirken.
Hier schreibe ich zu den Themen Präsentation, PowerPoint und Wirkung.
Mein Ratgeber-Buch PowerPoint und Prezi: Sehr gut präsentieren (Digitale Welt für Einsteiger) ist im Oktober 2017 erschienen.

5 Kommentare

  1. Pingback: Blogparade gegen die Schreibblockade | PR-Doktor

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